Beim Wort Sonnenschutz denken viele an den Strand, an Badetücher und an die Tube im Urlaubsgepäck. Für die Haut zählt aber vor allem das, was sich im Alltag summiert: der Weg zur Arbeit, die Mittagspause im Freien, die Gartenarbeit am Wochenende. Dieser Artikel erklärt, warum Sonnenschutz gerade ab 40 einen festen Platz verdient, und zeigt, wie er ohne großen Aufwand zur Gewohnheit wird.
Zwei Arten von UV-Strahlung
Das Sonnenlicht enthält ultraviolette Strahlung, die wir weder sehen noch spüren. Für die Haut sind vor allem zwei Bereiche wichtig:
- UVB-Strahlung wirkt vor allem in der Oberhaut. Sie ist hauptsächlich für Sonnenbrand verantwortlich.
- UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein, bis in die Lederhaut, wo das Kollagen sitzt. Sie trägt wesentlich zur lichtbedingten Hautalterung bei, also zu Falten, Pigmentflecken und nachlassender Spannkraft.
UVA-Strahlung ist das ganze Jahr über vorhanden und geht auch durch Fensterglas. Wolken halten einen Teil der UV-Strahlung ab, aber längst nicht alles. Deshalb kann auch ein bedeckter Tag für die Haut eine Rolle spielen. Warum Kollagen für die Festigkeit der Haut so wichtig ist, lesen Sie in Kollagen einfach erklärt.
Der UV-Index als Orientierung
Wie stark die UV-Strahlung an einem Tag ist, beschreibt der UV-Index. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Schutzmaßnahmen ab einem UV-Index von 3. In Deutschland wird dieser Wert in den Sommermonaten regelmäßig erreicht, an klaren Tagen oft schon im Frühling. Viele Wetter-Apps und Wetterberichte zeigen den UV-Index an. Ein kurzer Blick darauf am Morgen genügt, um den Tag einzuschätzen.
Besonders intensiv ist die Strahlung in den Stunden um die Mittagszeit. Auch Höhe, Schnee und Wasser verstärken die Belastung, weil sie das Licht zurückwerfen.
Was auf der Verpackung steht
Zwei Angaben helfen Ihnen bei der Auswahl eines Sonnenschutzmittels:
- Der Lichtschutzfaktor (LSF): Er bezieht sich vor allem auf den Schutz vor UVB-Strahlung und damit vor Sonnenbrand. Je höher der Wert, desto höher der Schutz unter Testbedingungen.
- Das UVA-Zeichen im Kreis: Es zeigt an, dass der UVA-Schutz im Verhältnis zum Lichtschutzfaktor einer Empfehlung der Europäischen Union entspricht. Gerade für den Schutz vor lichtbedingter Hautalterung ist dieses Zeichen ein nützlicher Hinweis.
Wichtig zu wissen: Der angegebene Schutz wird im Labor mit einer recht dicken Schicht ermittelt. Im Alltag tragen viele Menschen deutlich weniger auf. Seien Sie deshalb eher großzügig.
So wird Sonnenschutz zur Gewohnheit
Neue Gewohnheiten halten besser, wenn sie an etwas Bestehendes anknüpfen. Für den Sonnenschutz bietet sich die Morgenroutine an:
- Fester Platz: Stellen Sie das Sonnenschutzmittel neben Ihre Tagespflege oder Ihre Zahnbürste. Was man sieht, vergisst man seltener.
- Feste Reihenfolge: Reinigen, pflegen, Sonnenschutz. Wenn der Ablauf immer gleich ist, denken Sie irgendwann nicht mehr darüber nach.
- Die vergessenen Stellen: Denken Sie neben dem Gesicht auch an Hals, Dekolleté, Ohren und Handrücken. Diese Bereiche sind oft der Sonne ausgesetzt und werden beim Eincremen leicht übersehen.
- Nachlegen, wenn Sie länger draußen sind: Bei Gartenarbeit, Wanderungen oder nach dem Schwimmen frischen Sie den Schutz auf. Für den Weg zur Arbeit reicht meist die Anwendung am Morgen.
Tipp: Wenn Ihnen das Auftragen lästig ist, probieren Sie verschiedene Texturen aus. Leichte Fluids oder Gele fühlen sich für viele angenehmer an als dicke Cremes.
Mehr als Creme
Sonnenschutzmittel sind nur ein Baustein. Schatten in der Mittagszeit, ein Hut mit breiter Krempe und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz schützen zusätzlich. Gerade die Haut rund um die Augen ist dünn und empfindlich. Kleidung aus dicht gewebtem Stoff hält ebenfalls einen Teil der Strahlung ab.
Und das Vitamin D?
Der Körper bildet Vitamin D mithilfe von UVB-Strahlung in der Haut. Viele fragen sich deshalb, ob Sonnenschutz dabei im Weg steht. Nach Einschätzung von Fachstellen reicht es in den sonnigen Monaten in der Regel aus, Gesicht, Hände und Arme gelegentlich für kurze Zeit ungeschützt der Sonne auszusetzen, also deutlich kürzer, als bis ein Sonnenbrand entstehen würde. Wenn Sie wissen möchten, wie es um Ihre eigene Versorgung steht, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Die Haut im Blick behalten
Ab 40 lohnt es sich, die eigene Haut regelmäßig anzuschauen. Achten Sie auf neue Flecken und auf Muttermale, die sich in Form, Farbe oder Größe verändern. Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben ab 35 alle zwei Jahre Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs. Fragen Sie in Ihrer hausärztlichen oder hautärztlichen Praxis danach.
Fazit
UV-Strahlung trägt viel zur sichtbaren Hautalterung bei, und sie wirkt auch an grauen Tagen und durch das Fenster. Sonnenschutz muss deshalb kein Urlaubsthema bleiben. Mit einem festen Platz in der Morgenroutine, einem Blick auf den UV-Index und ein paar zusätzlichen Hilfen wie Hut und Schatten wird er zu einer einfachen Gewohnheit. Mehr dazu, wie sich die Haut in der Lebensmitte verändert, lesen Sie in Haut in den Wechseljahren.

