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Haut & Pflege

Kollagen einfach erklärt: Was es ist und welche Rolle es für die Haut spielt

Kollagen gibt der Haut Halt. Was das Eiweiß genau ist, warum der Körper mit den Jahren weniger davon bildet und was Sie im Alltag beeinflussen können.

Redaktion Slim Reveal · 22. September 2026 · 6 Min Lesezeit

Kollagen einfach erklärt: Was es ist und welche Rolle es für die Haut spielt

Kaum ein Begriff taucht in Gesprächen über die Haut so oft auf wie Kollagen. Er steht auf Cremetiegeln, in Zeitschriften und in Werbung. Was genau dahintersteckt, bleibt dabei oft unklar. Dieser Artikel erklärt in einfachen Worten, was Kollagen ist, was es in der Haut leistet und warum sich die Menge mit den Jahren verändert.

Was Kollagen ist

Kollagen ist ein Eiweiß, genauer ein Strukturprotein. Es bildet lange, sehr zugfeste Fasern und gibt damit vielen Geweben Halt. Kollagen findet sich in Knochen, Sehnen, Bändern, Knorpel, Blutgefäßen und eben in der Haut. Es macht einen großen Teil der Eiweiße im menschlichen Körper aus.

Es gibt verschiedene Kollagen-Typen, die sich in ihrem Aufbau und ihrer Aufgabe unterscheiden. In der Haut kommen vor allem die Typen I und III vor. Man kann sich diese Fasern wie ein dichtes Netz vorstellen, das der Haut Form und Festigkeit gibt.

Wo Kollagen in der Haut sitzt

Die Haut besteht grob aus drei Schichten. Ganz außen liegt die Oberhaut, die uns vor Umwelteinflüssen schützt. Darunter liegt die Lederhaut, und darunter folgt das Unterhautfettgewebe. Das Kollagen sitzt vor allem in der Lederhaut. Dort wird es von speziellen Zellen gebildet, den Fibroblasten.

Das Kollagennetz arbeitet nicht allein. Elastische Fasern aus Elastin sorgen dafür, dass die Haut nach dem Dehnen wieder in ihre Form zurückfindet. Hyaluronsäure, ein Stoff, der viel Wasser binden kann, füllt die Räume zwischen den Fasern und trägt zur Prallheit bei. Zusammen bestimmen diese Bausteine, wie fest und glatt sich die Haut anfühlt.

Warum der Körper mit den Jahren weniger Kollagen bildet

Kollagen wird ständig auf- und abgebaut. In jungen Jahren überwiegt der Aufbau. Mit zunehmendem Alter bilden die Fibroblasten weniger neues Kollagen, und die vorhandenen Fasern werden schwächer und ungeordneter. Das ist ein natürlicher Vorgang, der bei allen Menschen stattfindet.

Bei Frauen kommt in den Wechseljahren der sinkende Östrogenspiegel hinzu. Östrogen ist an der Kollagenbildung beteiligt. Fachleute gehen deshalb davon aus, dass der Kollagengehalt der Haut in den ersten Jahren nach der Menopause besonders deutlich abnimmt. Mehr dazu lesen Sie in Haut in den Wechseljahren.

Auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle. UV-Strahlung fördert den Abbau von Kollagen in der Lederhaut. Rauchen wirkt sich ebenfalls ungünstig aus. Über Jahrzehnte summieren sich diese Faktoren.

Kollagen in Cremes

Viele Pflegeprodukte enthalten Kollagen. Die Kollagenmoleküle sind allerdings sehr groß. Nach allgemeinem Kenntnisstand dringen sie nicht bis in die Lederhaut vor, wo das körpereigene Kollagen sitzt. Auf der Hautoberfläche können sie Feuchtigkeit binden und die Haut geschmeidiger wirken lassen. Das eigene Kollagennetz ersetzen oder auffüllen können sie nach heutigem Wissen nicht.

Kollagen aus der Nahrung

Kollagen steckt auch in Lebensmitteln, etwa in Gelatine, in Knochenbrühe oder in der Haut von Fisch und Geflügel. Wie jedes Eiweiß wird es bei der Verdauung in kleinere Bausteine zerlegt, in Aminosäuren und kurze Eiweißstücke, sogenannte Peptide. Der Körper nimmt diese Bausteine auf und verwendet sie dort, wo er sie braucht.

Ob und in welchem Umfang Kollagen aus der Nahrung oder aus Präparaten die Haut beeinflusst, ist Gegenstand laufender Forschung. Es gibt Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen, und die Untersuchungen unterscheiden sich stark in Dauer, Menge und Art des Kollagens. Wenn Sie überlegen, ein Präparat einzunehmen, und Vorerkrankungen haben oder Medikamente nehmen, besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was Sie für Ihr eigenes Kollagen tun können

Einige Faktoren, die das Kollagen in der Haut betreffen, können Sie selbst beeinflussen:

  • Sonnenschutz: Weil UV-Strahlung den Kollagenabbau fördert, ist täglicher Sonnenschutz ein wichtiger Schritt, den Sie selbst in der Hand haben. Wie das ohne Aufwand gelingt, lesen Sie in Sonnenschutz im Alltag ab 40.
  • Vitamin C: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Gute Quellen sind zum Beispiel Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchte und Beeren.
  • Ausreichend Eiweiß: Der Körper braucht Eiweiß aus der Nahrung, um körpereigene Eiweiße wie Kollagen aufbauen zu können. Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch liefern davon reichlich.
  • Nicht rauchen: Wer mit dem Rauchen aufhört, tut damit auch der Haut etwas Gutes.
  • Erholsamer Schlaf: In der Nacht laufen Erneuerungsprozesse ab, von denen auch die Haut profitiert. Mehr dazu in Schlaf und Haut.

Tipp: Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen. Ein fester Platz für Sonnenschutz in Ihrer Morgenroutine und eine Portion Gemüse oder Obst zu jeder Mahlzeit sind ein guter Anfang.

Fazit

Kollagen ist das Gerüst, das der Haut Halt gibt. Dass der Körper mit den Jahren weniger davon bildet, ist ein natürlicher Prozess, der in den Wechseljahren spürbarer werden kann. Cremes wirken vor allem an der Oberfläche, die Forschung zu Kollagen aus der Nahrung ist noch nicht abgeschlossen. Sonnenschutz, eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß und Vitamin C, der Verzicht aufs Rauchen und guter Schlaf sind Bereiche, die Sie selbst gestalten können.

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